Am vorletzten Tag mußte ich eine bittere Situation meistern.

In einer 10 Schuß Übung auf sehr nahe schnelle Ziele in Bewegung, blockierte plötzlich ohne Vorwarnung nach abgegebenen 5 Schuß der Abzug.

Trotz mehrmaliger Reloads ( Clipwechsel) u. mehr Kraftaufwand blieb der Abzug fest.

So konnte ich diese Übung nicht fertig schießen. Der daraus entstandener Schaden war

hoch. Die fehlenden Schüsse ohne Treffer bedeuteten einen großen Punkteverlust.

Das war eine glatte Nullwertung.

Dies kostet auf so einer Veranstaltung mit so einem konstanten Schützenfeld einen gleich

5 - 6 Plätze in der Gesamtwertung.

Durch nasse Hände nach einer Startposition am Vortag, dort hatte ich die Waffe sehr schlecht in der Hand u. kasierte ebenfalls sehr schlechte Treffer oder Misses. ( kein Treffer)

Insgesamt kostete mich diese zwei verpatzten Auftritte bestimmt 10 Plätze in der Endabrechnung.

Aber trotzdem bin ich mit meiner abgelieferten Leistung sehr zufrieden.

Über 30 Schützen hatte nicht soviel Glück u. wurden durch Fehler Ihrerseits disqualifiziert.

Schnell kann sich unbeabsichtet ein Schuß während dem laufen lösen, oder man rutscht auf glatten

Boden oder auf einer Hülse aus. Das kann jedem Ruck Zuck passieren.

Ebenfalls fehlten täglich laut Veranstalter ca. 150 Schützen krankheitsbedingt oder mußten Medikamente einnehmen.

Hitze, Belastung oder Klimaanlage setzten vielen Schützen merklich zu.

Wer einen Schießtag versäumt mußte am jeweiligen nächsten Tag die Übungen nachschießen oder diese an seinem freien Tag nachholen.

 

 

 

 

 

 

Wichtig für mich war auch die abendliche Aussprache mit meinen Sportkameraden.

Was oder wie wurde welche Übung geschossen. Mit was fängt man an oder was sieht man aus welcher

Position. Die Taktikbesprechung, oder wie liest man den Parcour ist uns allen sehr wichtig, weil Sie

entscheidet über gutes abschneiden, bzw. Sieg oder Niederlage.

Gerade für uns Revolverschützen ist es sehr wichtig mit der begrenzeten Schußzahl der Waffe ( 6 Patronen) wer, wie, wo was, wann geschossen, nachgeladen wird.

Vielen Dank an meinen Zimmergenossen Dietmar Rauer, er ist immer dafür ansprechbar.

Natürlich benützen wir auch Video- u. Fotoaufnahmen dazu u. werten die dann gemeinsam miteinander

aus.

Das ist großer Sport, Fairness, Kameradschaft u. Verbundenheit.

Keiner wünscht u.will das der andere Schützenkamerad den gleichen Fehler macht oder benachteiligt wird.

 

 

 

Gleich am Montag Morgen ging es dann für mich los. Leider konnte ich nicht

in der Gruppe mit den anderen deutschen Revolverschützen starten.

Geschossen wurde an allen 6 Tagen von Montag bis Sonntag.

An einem festen Tag hatte man Ruhetag.

Entweder mußte man die 6 Stages (Übungen) am Vormittag oder am Nachmittag schießen.

Viele Übungen sahen auf den 1.Blick leicht aus, jedoch nach dem Schießen wurde einem sehr schnell

bewußt wie anspruchvoll sie waren.

Ob mit der schußschwachen Hand (linke Hand) oder mit nassen Händen wurden einem sehr schnell

die Grenzen aufgezeigt.

Tolle Übungen mit teilweisen spitzen Winkeln, sowie vielen kleinen Poppern (Stahlziel) auf bis zu

20 Metern Entfernung verlangten allen Ihr Können ab.

Jeden Tag müßte ein großer Laufparcour mit 30 - 32 Schuß geschossen werden.

Highlight in einer Übung war ein auf 50 m entfernter Popper.

Da freut man sich schon innerlich wenn man Ihn mit dem 1 Schuß getroffen hat.

Das Wetter war immer sehr gut, heiss trotz teilweiser Bewölkung, es war immer ein leicht spürbarer

Wind vorhanden der kühlend wirkte.

Aber jeden Tag ging ich mit leichtem Sonnenbrand an Armen u. Hals ins Hotel zurück.

Die Verpflegung am Stand war gut organisiert u. sehr günstig.

Eine ganz gelungene Übung war ein 9 Schuß-Parcour mit 5 Stahlzielen.

Diese mußte man sitzend in einer Bootsschaukel schießen.

Man startete mit einem Auslöseseil in der schußstarken Hand, diese ließ man nach dem

Startsignal fallen u. der Schaukelmechanismus wurde in Gang gesetzt.

So mußte man um die Ziele ordentlich zu treffen mit den Armen die Schaukelbewegung ausgleichen.

Zusätzlich war zu beachten in der Aufwärtsbewegung nicht vorne in das Boot zu schießen.

 

 

 

Auf die Sonne, teilweise mit starker Gegenblendung, mußte man sich gut einstellen.

Durch meiner Meinung nach überfüllter Squads (Schießgruppe) war man als Schütze ganz

stark gefordert, manche Übungen nach dem erfolgten Briefing (Erklärung der Übung in der Sprache Englisch) in nur 3 Minuten zu verstehen u. im Anschluß zu schießen.

Oft hatte ich Glück u. mußte erst am Schluß aller Teilnehmer meiner Squad schießen, so konnte ich den Ablauf nochmals an den anderen sehen oder mit diesen darüber sprechen, befragen.

Klar will der Veranstalter soviele Schützen den Start an einer WM ermöglichen (bringt Ihnen viel Geld ein) aber irgendwann ist auch eine Grenze des machbaren erreicht.

Insgesamt waren die zu schießenden 30 Übungen mit ca. 600 Schuß einfallsreich u. solide in Ihrem Aufbau gestaltet.

Bei vielen Übungen hatte die Geographie u. Bauten das Thema Griechenland.

Wie z. B. ein Leuchtturm bei welchem von aussen in einen Turm geschossen wurde.

Oder ein griechischer Tempel bei welchem um die Säulen geschossen werden mußte.

Oder eine Hafen Stage (Übung) , diese stellte die Hafenanlage von Rhodos dar, mit der Einfahrt

u. mit mehreren geankerten Segelbooten.

Die Segel verdeckten einen großen Teil der Scheiben, eine 30 Schuß Übung, wovon 8 Schuß auf schnelle Schwinger mit über 25 Meter Entfernung, 2 Stahl u. 3 Plates (kleines quatratisches Stahlziel) u. der Rest auf halbe u. ganze Scheiben geschoßen werden mußte.

Hier konnte man sehr viel Zeit u. Treffer verlieren.

 

 

 

Hallo Sportkameraden !

 

Vom 02.10.2011 bis 09.10.2011 fand auf der griechischen Urlaubsinsel Rhodos die IPSC

Weltmeisterschaft 2011 im Praktischen Schießen statt.

Mit meinen deutschen Revolverschützen Dietmar Rauer u.Günter Knaus reisten wir per Auto

von Deutschland über Österreich nach Italien. Vom Hafen Bari fuhren wir mit der Fähre nach Piräus

Griechenland. Von Piräus auf dem Landweg nach Patras neben Athen.Von Patras wieder mit der

Fähre mit mehreren Stops nach Rhodos.

Wir wählten den Landweg aufgrund gesetzlicher Transportbestimmungen von nur erlaubten 5 KG

Munition im Flugzeug.

Für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft mit unseren Waffen u. Kalibern benötigten wir jedoch

jeweils 14 KG Gewicht an Munition pro Schütze.

Die Anreise erfolge in 3 Tagen, 2 mal haben wir auf der Fähre übernachtet.

Sie erfolgte absolut entspannt u. ohne jedigliche Kontrollen.

Am Samstag morgen erreichten wir unser Quartier, das Hotel Electra Palace.

Es lag direkt am Meer u. wir waren dort über die ganze Zeit super untergebracht u. verpflegt.

Lieben Dank an die Organisation von Agnes Baumgärtner.

Die Registrierung, Anmeldung verlief ohne Probleme u. wir freuten uns über einige kleine

Geschenke durch die Anwesenden Sponsoren.

Sofort machten wir uns auf den Weg zur Shooting-Range ( Schießstand)

Sie lag in unmittelbarer Nähe zum Flughafen u. von unserem Hotel ca. 15 Minuten entfernt.

Gott sei Dank machten wir ein paar Probeschüsse, denn sonst hätten wir am Montag Morgen eine

böse Überraschung erlebt.

Andere Lichtverhältnisse wie gewohnt, veranlassten uns zu Korrekturen an unseren Visiereinstellungen.

Die Eröffnungsfeier fand im antiken Stadion von Rhodos statt.

Leider mit 3 Stunden Verspätung ohne Essen u. Getränke.

Liebe Griechen so geht es nicht !!!

Also begann die dann herzliche Eröffnung kurz vor Sonnenuntergang vor ca. 2000 Zuschauer statt.

Der Einmarsch aller 65 Nationen mit ca. 1200 Schützen in allen Klassen, ist immer wieder ein besonderes u. auch emotionales Erlebnis. Nach zahlreichen Ansprachen ging es mit Folklore u. griechischen Tänzen weiter. Die Geschichte von Rhodos wurde bei Nacht mit einer multimedialen Show dargestellt.

Zum Abschluß der Zeremonie brachte ein Reiter eine Fackel u. entzündete damit ein Feuer.

Somit war die IPSC WM 2011 eröffnet.

 

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